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Manager Online Marketing

AdBlock Plus – Eine kleine Geschichte von schlechter Werbung und Korruptionsvorwürfen

ABP Logo

Was ist eigentlich AdBlock Plus (ABP)?
AdBlock Plus ist ein Werbe-Blocker für Internet-Werbung, also ein Werkzeug zur Unterdrückung von Werbung auf Webseiten. ABP kann Grafiken, Java-Applets, Inlineframes, Flash-Banner, aber auch Text-Werbung entfernen. ABP ist für viele Browser verfügbar.

Warum ABP?
Werbung kann ziemlich nervig sein und die Webseitenerfahrung deutlich beeinträchtigen. Wer kennt sie nicht, die ganzseitigen Banner, die offenbar nicht geschlossen werden können? Aber nicht nur visuell sondern auch audiovisuell können Banner mit integriertem Sound als störend empfunden werden. 

Full-Size-Layer Screenshot
Negativ Beispiel eines nicht-schließbaren Full-Size-Layers

Ich als Online-Marketer kann die Nutzung von ABP zwar verstehen, möchte an dieser Stelle aber auch auf die Kehrseite hinweisen. 

Den Internetusern und Adressaten von Werbung, möchte ich folgendes zu bedenken geben:
Werbung ist ein notwendiges Instrument, wenn wir weiterhin die Nutzung von Webseiten, Video-Portalen oder Social Media kostenlos genießen wollen. Wir alle bezahlen mit unserem potenziellen Klick auf eine Anzeige. Ich nehme die Werbung bei Facebook, Twitter, Google, Xing, LinkedIn, YouTube, Vimeo, aber auch auf heise.de, chip.de, spiegel.de, etc. gerne in Kauf. Müsste ich für jeden der oben genannten Services lediglich 1 EUR pro Monat bezahlen, wäre ich jeden Monat um 10 EUR ärmer.
Auch die aktuellen Schlagzeilen irritieren Werbegegner. Es wird sogar von Korruption gesprochen. Google hat sich von ABP freigekauft, sodass Werbung aus den Google Netzwerken nicht mehr geblockt werden. Bedenkt man, dass Google alleine im Jahr 2012 ca. 887 Mio. Dollar wegen geblockter Werbeanzeigen verloren hat, versteht man, wie wichtig Werbung für Unternehmen ist. Schließlich stellt Google eine Vielzahl kostenloser Services in großem Umfang bereit (z.B. Google Suche, Google Maps, Google Plus, Google Drive, Gmail, YouTube, etc.), die ausschließlich durch Werbung finanziert werden.
Auf der anderen Seite will ABP akzeptable Werbung in Zukunft zulassen. Aber was sind die Kriterien für akzeptable Werbung? Wer traut sich zu, dies objektiv zu beurteilen? (mehr zu diesem Thema hier

Mein Appell an die werbenden Unternehmen und betreuenden Agenturen:
Bitte nutzt die vorhanden Möglichkeiten, Werbung effizient zu schalten. Dazu zählen:

  • Interessante Werbung mit ansprechenden Inhalten
  • Targeting auf Nutzer, die sich auch tatsächlich für das Produkt interessieren
  • Frequency Capping einsetzen (Häufigkeit der Werbeansprache deckeln anstatt „Zalando-Schrotflinten-Taktik“ anwenden – insbesondere bei Re-Marketing)
  • Video-Werbung überspringbar einsetzen
  • Expendable Bannerwerbung schließbar machen
  • Full-Size-Layer mit Bedacht einsetzen
  • Etc.


YouTube TrueView Screenshot

Screenshot eines YouTube TrueView Videos (überspringbares In-Stream-Werbevideo)

Die Zeiten nerviger Werbung sollten vorbei sein. Wir haben alle Möglichkeiten dem Nutzer ein besseres Interneterlebnis zu bieten und die Relevanz von Werbe-Anzeigen zu verbessern. Internet-Werbung und Online Marketing kann und sollte Spaß machen. 


P.S.: Mein ABP bleibt aus, da ich nichts verpassen möchte. Hier mein aktuelles Lieblingsbeispiel für eine gute Online Werbeaktion, auf die ich durch eine Anzeige aufmerksam geworden bin: http://www.theflatteringman.com/


Kommentare
1

El Barto

In allen Ehren, aber ich finde den Artikel nicht objektiv genug. Auf golem.de gibt es mehrere wichtige Foren Threads zum Thema AdBlocker, Werbeeinnahmen, Usermeinungen et cetera. Sehr lesenswert, um zu verstehen, was die Menschen bereit sind zu "erleiden". Kein bling bling, hüpfende Werbebanner, aufs maximum hochgedrehte Geräuschkulisse, und vieles Weitere sind dort ausführlich diskutiert worden. Ich denke die moderenen Medien ermöglichen personalisierte Werbung. Starre Bilder sind passe. Videos und Multimedia sind in, und hier liegt das Problem: Viren, die über Werbescripte reinkommen, 300 % höherer Akkuverbrauch bei einigen Netbooks dank Flash... und viele andere unangenehme Dinge, die mir meine Entscheidung einfach gemacht haben: Mein AdBlocker bleibt bis zum bitteren Ende an. PS: Ahja Google hats so schwer wegen den fehlenden 800 Mrd. Ein börsennotiertes Unternehmen dass an der Wall Street jedes Jahr zig von Millarden scheffelt soll sich das nicht leisten können? Google+ eine Kopie von facebook nur als Beispiel, nachdem Zuckerberg nicht für 50 Millionen verkaufen wollte... Von mir aus soll google sterben und es gibt genügend Produkt-Alternativen auf dem Markt, die nicht den Turbo-Raubtierkapitalismus als oberstes Lebensziel vor Augen haben. Eine Webseite, die ich gerne nutze und der es aufgrund mangels Werbeeinnahmen schlecht geht unterstütze ich mit einer Spende, aber nur dann, wenn das "Vertrauen" verdient worden ist. Google und Vertrauen? Never ever! Mfg BK

am 18.02.2014

2

Christian Schmidt

Hallo El Barto, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ein kurzer Blogpost, wie dieser, kann natürlich nicht die gesamte Debatte über das Thema ABP wiedergeben. Außerdem stammt dieser Blogpost von mir persönlich. Die eigene Meinung ist immer subjektiv beeinflusst… auch wenn ich mir Mühe gebe, möglichst objektiv zu bleiben. Bei einigen Punkten stimme ich Dir vollkommen zu (bling bling, hüpfende Banner, Geräuschkulisse, personalisierte Werbung etc.). Daher auch mein Appell an die werbenden Unternehmen und Agenturen, etwas zu ändern. Was das Thema Flash angeht, möchte ich folgende Anmerkungen machen: 1. Flash gibt es seit 1997 und wird seither nicht ausschließlich für online Werbung verwendet – es gab Zeiten, da war die Flash Webseite absolut in. 2. Ich habe leider keine genauen Zahlen, würde aber vom Gefühl her sagen, dass 1997 in den privaten Haushalten der Desktoprechner noch dominiert hat. Daher gab es damals das Problem der Akkuleistung in Bezug auf Flash noch nicht in diesem Ausmaß 3. Smartphones waren bei dem Aufkommen von Flash Inhalten noch lange nicht denkbar für die Massen. 4. Flash ist bereits auf dem Rückzug. Apple verzichtet beispielsweise von je her bei allen iOS Devices konsequent auf die Darstellung von Flash im hauseigenen Browser. 5. Die meisten Werbenetzwerke unterstützen mittlerweile HTML 5 Display Banner, etc. – es liegt an den Werbenden und Agenturen, das auch zu nutzen Viren, die über Webscripte reinkommen, sind absolut inakzeptabel. Da stimme ich 100% zu. Mich würde mal eine Studie interessieren, die sich mit der Frage, auf welchen Seiten dies passiert, auseinandersetzt. Die Richtlinien der großen, vertrauenswürdigen Werbenetzwerke sind mittlerweile relativ streng und an ein Prüfverfahren gebunden. Beispielsweise das imitieren von Windows Schaltflächen oder selbst das Darstellen eines Mauszeigers zur Klickanimierung in Bannern ist schon lange verboten. Dennoch gibt es Seiten im Internet (vor allen Dingen fragwürdige Streaming-Seiten), die sich leider nicht daran halten wollen. Nochmals möchte ich mich für Dein Feedback bedanken. Viele Grüße Chris

am 19.02.2014

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