David Hefendehl - Manager eCommerce Group der netzkern AG
Head of Online Marketing

dmexco 2014

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Thema: Online Werbung für responsiv personalisierte realtime “Single-Customer-View” omni-channel multi-touchpoint Webseiten.

So oder ähnlich könnte der Title der diesjährigen dmexco gelautet haben. Es gab kaum ein Seminar, in dem es nicht um eines oder all diese Themen zusammen ging. Das netzkern Online Marketing Team war wieder zu dritt auf der dmexco, um sich die neuesten Trends anzuschauen und unseren Kollegen am Sitecore-Stand moralische Unterstützung vor Ort zu geben.

 

Hauptthemen der dmexco 2014

Die Top Themen der dmexco waren Personalisierung, Relevanz und steigende Kosten im Online Marketing. Responsives Design wurde kaum noch besprochen. Dieses ist in Zeiten, in denen 60% und mehr der Webseitenbesucher mit mobilen Endgeräten kommen, kein diskutables Thema mehr sondern gesetzte Realität. Potenziellen Kunden relevante Werbung anzuzeigen, um diese auf die eigenen Angebote zu verweisen wird teurer. Die Tools werden kostenintensiver, da mehr und mehr Unternehmen online Werben und so der Wettbewerb steigt. Aber auch die Mitarbeiter kosten mehr. Es geht selbst in Zeiten von RealTime Bidding nicht ohne gut geschulte, hoch motivierte Mitarbeiter. Gleichzeitig stagniert das Inventar an möglichen Platzierungen während immer mehr Menschen ins Internet drängen. Folglich steigen die Kosten für diese Werbeplatzierungen.

Für alle Kundensegmente gilt, dass die Relevanz der Suchergebnisse erhöht werden muss. Dies geht Hand in Hand mit Personalisierung. Personalisierung ist aber nur der erste Schritt in Richtung Relevanz, der zweite ist die Angebote an die regionale Ausrichtung und die dort gegebene Situation anzupassen. Wieso sollte ein Nutzer an Angeboten aus Hamburg interessiert sein, wenn er in Köln ist oder dies in seiner Suche spezifiziert?

Das was mit Google Places also bereits umgesetzt wurde, muss nun auf den Webseiten umgesetzt werden. Dies geht aber über die ortsbezogenen Daten wie Position oder Wetter hinaus. Relevanz bedeutet auch, den Kunden Inhalte zur Verfügung zu stellen, die diese im entsprechenden Moment benötigen. Dies kann ein spezieller Dünger auf dem Feld sein, eine Anleitung zur Installation einer Fußbodenheizung oder auch die Beschreibung eines Herstellungsverfahrens für Lederjacken im Laden selbst.

Letzteres eignet sich hervorragend für den Retail Sektor. Umsetzung funktioniert via iBeacons oder NFC, was auch im neuen iPhone 6 standardmäßig verbaut wurde. Düngemittelempfehlungen oder Anleitungen können einfach über QR Codes auf den Packungen abgerufen werden. Oder sie können als Augmented Reality via App abgebildet werden. Dies würde dann auch vielen Apps endlich die nötige Relevanz verpassen. IKEA ist hier ein hervorragendes Beispiel im Moment.



All das muss natürlich auch irgendwie gemessen, bzw. wie es im digitalen Jargon heißt, getracked werden damit den Nutzern auch weiterhin eine einheitliche Kommunikation präsentiert wird. Cross-Device Tracking via EverID oder ClientIDs kommen hier zum Einsatz. Wenn der Seitenbetreiber sieht, dass immer wieder die gleichen Bauanleitungen von einem Nutzer heruntergeladen werden, könnte man diesem Nutzer beim nächsten Webseitenbesuch vielleicht ein Training anbieten. Hier kommt der Single-Customer-View ins Spiel. Aber Vorsicht: nicht während der Arbeitszeit nerven, hier muss einfach die Bauanleitung zur Verfügung gestellt werden. Das Training lieber Samstagnachmittag anzeigen, wenn per iPad und nicht iPhone auf die Seite zugegriffen wird.

Das alles ist natürlich nicht neu. Es zeigte sich auf der dmexco 2014 aber, dass die Tools, die solche Lösungen präsentieren immer ausgereifter und bedienbarer werden. Die Kosten, um hier Vorreiter zu sein, sind allerdings relativ hoch.
Es gibt aber auch kleinere Lösungen, die Teile des Ganzen anbieten und vielleicht sollte man mit diesen erst einmal starten. Das eigene Geschäft muss auch in der Lage sein all diese Kanäle, Tools, und Kampagnen zu bedienen und mit Inhalten zu füttern. Wenn ich nur alle 10 Tage bei Twitter bin brauche ich dort keinen Kundenservice aufbauen, oder mich zumindest nicht wundern, dass es niemand nutzt.

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