HaikoFalk
Software Engineer

Das Google-Leben ist weg? Backup!


Wie oft benutzt du Google? Gerüchteweise tippt heute kaum jemand mehr eine URL ein. Es ist ja bequemer, Google mit dem Namen zu füttern und ergänzen zu lassen. Umso bestürzender ist es, wenn jemand sein ganzes Google-Leben verloren hat – nicht nur die Suchhistorie (das wäre wohl verkraftbar), sondern persönliche Einstellungen, alle Mails, Dokumente und Bilder!

Da Mails heutzutage in vielen Bereichen den analogen Brief abgelöst haben, kann das sehr ärgerlich sein – oder sogar kostenintensiv, falls die Korrespondenz mit dem Anwalt oder einem (Ver-)Käufer verschwunden ist.

Die Lösung: Macht Backups

Die Lösung ist so innovativ wie sie nicht neu ist: Macht Backups. Grundsätzlich sollte man immer Sicherungen machen. In den meisten Fällen braucht man sie nicht; aber wenn doch, ist ihr Fehlen ein echtes Problem. Für E-Mails über gmail ist neben der Weboberfläche die Verwendung eines Mail-Clients wie Thunderbird eine gute Option. Mit diesen kann man die E-Mails zusätzlich lokal sichern und in regelmäßigen Abständen archivieren – Stichwort IMAP.

Brauche ich den ganzen Schrott?

Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Müssen wir wirklich alles sichern, doppelt und dreifach? Klar: Manche Dinge bewahrt man besser auf. Auch wenn die Chance sehr gering ist, dass man sie braucht – falls der Fall eintritt braucht man sie umso dringender. Und elektronischer Speicherplatz ist ja durchaus handlicher als ein Regal voll Aktenordner.

Dennoch: Es empfiehlt sich, eine Auswahl zu treffen. Krankheitsmitteilungen, Abstimmungen für das Treffen am Abend, mein täglicher Google Alert und Termine kann ich auch gleich endgültig löschen; die müssen in überhaupt kein Archiv – nächste Woche sind sie eh erledigt. Und der ganze andere Kram? Vielleicht bietet es sich an, den vorzusortieren – dann findet man im Zweifelsfall auch schneller. Sei es nach Themen, Bereichen, Orten oder Zeit.

Google Archiv: Genauere Auswahl

Gesamtbackup von Google-Daten

Unter https://www.google.com/settings/takeout bietet Google exakt diese Funktion an. Und zwar Produktweise. So kann man hier wählen, ob man schlicht alle Services exportieren möchte oder nur bestimmte, etwa Google Photos, die Chrome-Daten, den Standortverlauf oder das eigene Profil. Sofern angebracht kann man hier auch das gewünschte Dateiformat festlegen oder eine Unterauswahl der zu sichernden Dateien treffen.

Wie groß ist DEIN Archiv?

Wer Zeit hat, kann auch dabei zusehen, wie das Archiv wächst. Wenn das Erstellen des dann irgendwann beendet ist, wird man aber auch per E-Mail informiert.

Für das Herunterladen empfiehlt es sich aber, eine schnelle Internetleitung und genug Zeit einzuplanen. Am besten macht man in der Zwischenzeit einfach etwas anderes – etwas, das nicht die eigene Bandbreite benötigt. Ein erstelltes Archiv ist nur 7 Tage zum Download verfügbar, danach wird es von Google gelöscht. Irgendwie dann auch wieder verständlich: Schließlich sind die Daten „Doppelt“ und es nutzen viele Personen die Google-Dienste – da kommt insgesamt doch sehr viel Elektroschrott zusammen, auf dem die Daten gespeichert werden.

Google setzt die Maximalgröße eines Einzelarchivs auf 50GB. Das dürften vor allem begeisterte Nutzer von Bildern und Videos erreichen. Mit puren Textdokumenten wäre das hingegen eine echte Leistung. Bei mir ist ein Gesamtbackup übrigens inzwischen 39,92 GB groß – vor zwei Jahren waren es noch 9,18 GB. Wie sähe das bei euch aus?

 Google Backup: Download wird vorbereitet

Wie komme ich wieder an die Mails?

Hat man das Archiv auf der eigenen Festplatte kann man es auspacken und sich einmal ansehen. Schnell stellt man fest, dass die Emails in einem standardisierten Archivformat daherkommen, welches von vielen Mailprogrammen, wie Thunderbird, geöffnet werden kann. Will man also die alten Mails, z. B. in ein neues Konto umziehen, kann man das Konto in Thunderbird einrichten und dank imap aus dem lokalem Archiv in das neue Konto hochladen.

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