Nico Zorn
Online Marketing Manager

Google My Business: Das eigene Geschäft effektiv darstellen


Google My Business Eintrag auf Suchergebnisseite (Beispiel: netzkern)Heute kommt niemand mehr am Internet vorbei: Potenzielle Kunden suchen oft online nach dem passenden Geschäft. Wird man hier nicht gefunden, hat man bereits verloren. Die eigene Website ist dazu ein wichtiger Schritt. Aber auch Google My Business sollte man mit den Daten zum Geschäft füttern.

Was ist Google My Business?

Im Kern ist Google My Business (GMB, ehemals auch Google Places) ein Branchenverzeichnis für lokale Unternehmen. Wesentlicher Unterschied gegenüber anderen Verzeichnissen: die Daten des Eintrags werden zur Darstellung auf Googles Suchergebnisseiten und in Google Maps verwendet.

Da Suchergebnisse heute den Standort des Suchers berücksichtigen, wird dieser Eintrag besonders für lokale Unternehmen relevant. Denn Google spielt nur Ergebnisse aus, die es kennt und zuordnen kann.

Zwar kann auch ein Benutzer einen Eintrag anlegen und Google nutzt andere Datenquellen. Aber nur, wenn man den Eintrag selbst anlegt und pflegt, kann man sicher sein, dass die Daten korrekt sind und bleiben.

Welche Daten speichert Google My Business?

Natürlich müssen Sie nicht alle Daten eingeben. Allerdings gilt: möglichst alles ausfüllen. Denn im Zweifelsfall holt sich Google die Daten von irgendwoher. Und ob diese dann korrekt sind, ist nicht garantiert.

Zu den wichtigsten Daten gehören:

  • Adresse des Unternehmens: Damit Kunden Sie auch sicher finden. Google kreiert hierzu automatisch einen Link zu Google Maps und ermöglicht die Routenfindung.
  • Website: Damit Sie Ihr Unternehmen ausführlich darstellen können.
  • Telefon: Ist heute noch ein Tisch frei? Kann ich einen Termin bekommen? Die Telefonnummer wird automatisch verlinkt, so dass Smartphones oder Skype-Nutzer per Klick anrufen können.
  • Öffnungszeiten: Hat das Restaurant geöffnet oder ist Ruhetag? Google erlaubt nicht nur regelmäßige Öffnungszeiten, sondern auch besondere z. B. für Feiertage oder geplante Inventuren. So vermeiden Sie, dass ein Kunde vor verschlossener Tür steht, der sich auf die Angaben verlassen hat.
  • Geschäftsart: Nicht zu unterschätzen! Ist Marcy’s jetzt ein Restaurant oder ein Modegeschäft? Nur bei richtiger Einstellung wird man für entsprechende Suchen gefunden.
  • Fotos: Die Streetview-Bilder sind meist veraltet – für netzkern zeigen sie beispielsweise „schicken“ Wildwuchs und längst abgerissene Barracken. Die wird man auch nicht ganz los. Aber man kann zusätzliche Bilder hochladen: vom Inneren, vom Äußeren, vom Team, das Firmenlogo. Das bevorzugte Bild lässt sich via Excel auswählen und wird in der Regel von Google angezeigt.
    Google My Business: Fotos vom Unternehmen
  • Attribute/Dienstleistungen: Je nach Geschäftsart kann man einem Standort Attribute oder weitere Dienstleistungen zuordnen, beispielsweise Zugang und Fahrstuhl für Behinderte (alle); verfügbaren Mechaniker oder Dieselkraftstoff sowie kostenlose Luft (Tankstellen); oder Zahnaufhellung als Sonderleistung (Zahnärzte).
  • Google My Business: Cover netzkern Hamburg 

    Google My Business: Google+ Cover netzkern Wuppertal 

    Lokale netzkern-Seiten auf Google Plus
    (oben: Wuppertal, unten: Hamburg).
    Das Bild wurde als Cover hochgeladen.

  • Google+: Zu jedem GMB-Eintragt gehört ein Google+ Profil. Neuigkeiten kann man auch hier einstellen und/oder verlinken.

 

Zukünftig wird es hier sicher weitere Möglichkeiten geben, Informationen zum eigenen Unternehmen bereitzustellen. Bereits 2014 testete Google zum Beispiel Restaurant-Menüs, wenn auch auf anderem Weg.

Keinen direkten Einfluss hat man hingegen auf:

  • Kundenbewertungen: via Google+ hinterlassene Ratings und ausformulierte Bewertungen werden mit Sterne-Durchschnitt angezeigt und verlinkt. Mitunter werden einzelne Bewertungen direkt in der Ergebnisbox zitiert. Der Hingucker lohnt in jedem Fall!
  • Beliebte Zeiten: Als relativ neues Feature zeigt Google, wann sich die meisten Menschen im Geschäft aufhalten. Dies lässt sich nicht manuell einstellen, sondern wird von Google aufgrund von Nutzerdaten ermittelt. Das gilt auch für die zu erwartende Besuchsdauer.
  • Bewertungen aus dem Web: Seit 2016 zeigt Google auch Bewertungen von anderen Portalen an. Je nach Business kann dies Facebook sein, jameda oder ein anderes Bewertungsportal.

 

Wo erscheinen die Google My Business Daten?

Google My Business Daten werden vor allem an zwei Stellen eingeblendet: Auf der Google-Suchergebnisseite und auf Google Maps.

Dies sind die Stellen, an denen die meisten Suchen stattfinden. Sind Sie hier präsent, kommen Ihre Kunden gar nicht erst auf die Idee, sich einmal die Konkurrenz anzusehen. Präsent sein lohnt sich also, selbst ohne eigene Website.

Indirekt erscheinen Ihre Daten womöglich noch an anderer Stelle: Verzeichnisse und Businesslisten lesen auch die Daten von Google My Business aus und verwenden sie dann wiederum in ihren eigenen Listen.

Woher nimmt Google die Daten?

Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien: Unverifizierte Standorte und Verifizierte Standorte.

Der Beginn ist meist der unverifizierte Standort. Hier hat ein normaler User oder Googles Algorithmus einen Eintrag für das Geschäft erstellt und einige Daten ausgelesen. Diese sind oft falsch oder veraltet; jeder mit einem Google-Account kann hier auch Änderungen vorschlagen, die Google auf Plausibilität prüft und dann live schaltet.

Besitzer eines Ladengeschäfts können ihren Standort verifizieren (siehe unten). Dies erlaubt es, die Daten direkt bei Google einzutragen und jederzeit zu ändern. Schlagen andere Google-Nutzer Änderungen vor, wird man informiert. Man hat effektiv die Datenhoheit über das eigene Geschäft.

Wie lege ich einen Eintrag für mein Geschäft an?

Wie lege ich also einen Eintrag für mein Geschäft an? Als erstes muss man dazu ein Google Konto anlegen. Um einen neuen Standort anzulegen, gehen Sie in Ihren GMB-Account, klicken unten rechts auf das rosa Plus, und wählen Standort hinzufügen. Sauber funktioniert dies allerdings nur mit Ladengeschäften, also physischen Standorten an denen Ihre Kunden Sie besuchen. Mehr Optionen bietet folgende URL: https://business.google.com/create.

Hier erhalten Sie drei Auswahlmöglichkeiten: Physischer Standort, Mobile Dienstleistung, Produkt & Anliegen. Sie sollten hier auch den korrekten Typ wählen, denn Google behandelt die einzelnen Typen durchaus unterschiedlich.

  • Bedienen Sie Ihre Kunden in einem Geschäft, das sie physisch betreten können, wählen sie Physischer Standort (z. B. Ladengeschäft, Hotel).
  • Sind Sie Dienstleister, der zum Kunden kommt, wählen Sie Mobile Dienstleistungen (z. B. Lieferdienste, Klempner; auch Taxis).
  • Haben Sie ein Produkt wird hingegen KEIN Business-Eintrag erstellt, sondern eine Google+ Seite. Ein Produkt lässt sich prinzipiell nicht lokal verorten und muss anders dargestellt werden.

 

Google My Business: Verifizierter EintragFüllen Sie in der Folge die Daten möglichst vollständig und korrekt aus. Manchmal ist eine Verifizierung per Telefon möglich. In den meisten Fällen verschickt Google hingegen eine Postkarte, die in 2-5 Werktagen ankommt. Darauf ist ein Code, den Sie beim Eintrag eingeben. Nun ist Ihr Eintrag verifiziert und Sie können weitere Einstellungen vornehmen!

Der Eintrag besteht schon!

Sie haben ein Geschäft übernommen? Dann kann es sein, dass der frühere Eigentümer, ein ausgeschiedener Mitarbeiter oder ein gutmeinender Franchise-Partner den Eintrag bereits verifiziert hat. Das einfachste und angenehmste wäre, den Konto-Inhaber zu kontaktieren und zu bitten, die Inhaberschaft zu übertragen.

Ist ein direkter Kontakt nicht möglich, bleibt nur der Weg über die Zugriffsanfrage. Diese kann man unter Verwalten auch ohne Kenntnis des Kontoinhabers stellen. Den Namen erfährt man hier nicht; ist das Konto inaktiv, bleibt die Antwort natürlich aus. Reagiert der Kontoinhaber nicht auf mehrere Mails, kann der Google-Support die Inhaberschaft auf das eigene Konto übertragen.

Sonderfall: Mehr als 10 Standorte

Sind Sie auf mehrere Standorte gewachsen, haben ein Filialnetz oder wollen zahlreiche Franchises verwalten? Dann bietet sich die Verwaltung durch Bulk-Verifizierung an. Hierbei müssen Sie nicht jedes einzelne Ladengeschäft per Dateneingabe und Postkarte bestätigen. Stattdessen füllen Sie eine Excel-Vorlage einmalig aus, laden Sie hoch und schicken Sie zur Verifizierung an das Google My Business Team.

Üblicherweise kommt die Antwort in wenigen Tagen. Einerseits prüft das Team die Einträge einzeln(!). Andererseits wird auch Ihre Berechtigung grundlegend geprüft. Das bedeutet: Das Konto, das die Bulk-Verifizierung beantragt, muss eine E-Mail des Unternehmens sein. Die Kernbäckerei müsste ihre 500 Standorte also beispielsweise mit einem Konto verifizieren, das über die E-Mail google@kernbaeckerei.de läuft. Es reicht hierbei NICHT aus, ein neues Unternehmenskonto innerhalb von GMB zu erstellen – diese sind mehr wie Ordner zur Sortierung, für die man auch gebündelt Berechtigungen vergeben kann.

Die Excel-Datei können Sie nach der Verifizierung auch herunterladen und so weiter bearbeiten – in der Regel deutlich praktischer als ein manuelles Durchklicken zahlreicher Einträge.

Gerne übernehmen wir dies auch im Rahmen einer SEO-Betreuung. Sprechen Sie uns einfach an!

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