Nico Zorn
Online Marketing Manager

Das Google-Universum 1 - Wie wichtig ist Google 2017?


Google kommt von Gogul. Das ist eine Zahl mit 100 Nullen. Damit man sich das wirklich vorstellen kann, muss man diese Zahl einmal ausschreiben:

10.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000

Das wirkt doch deutlich gewaltiger! Und macht es ein wenig klarer als das ziemlich nichtssagende „groß“. Aber was ist Google eigentlich?


Google: in erster Linie Suchmaschine

In Deutschland gibt es nur wenige, die Google nicht kennen. Mit rund 95% Marktanteil für Websuchen in Deutschland (Quelle) spielen die weiteren allgemeinen Suchmaschinen so gut wie keine Rolle. Dies ist auch die Tätigkeit, über die Google in erster Linie wahrgenommen wird. „Googeln“ findet sich sogar im Duden: mit Google im Internet suchen, recherchieren. Die ersten zwei Worte kann man sich dabei fast sparen: Google ist zum Synonym für Internetsuche geworden, denn die Konkurrenz ist abgeschlagen und meist nur bei Spezialfällen besser.

Wirtschaftlich ist Google seit 4 Jahren zweitwertvollste Marke weltweit (Quelle). Täglich verarbeitet die Suchmaschine ca. 3.5 Milliarden (350.000.000.000) Suchanfragen, Tendenz steigend. Zum Vergleich: 1999 waren es „nur“ 1 Milliarde Anfragen … im Jahr (Quelle).


Google diktiert Verhalten

Googles erklärtes Ziel ist es, dem Nutzer bei jeder Suchanfrage das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Das ist schön und gut und nutzt dem Sucher – wer sucht schon gerne wieder und wieder nach ein und demselben? Wäre ein Wettbewerber besser, würde Google Einnahmen durch Werbung verlieren, die neuerdings nur noch über den Suchergebnissen stehen.

netzkern Google My Business Januar 2017

Mit 95% Marktanteil hat Google allerdings ein Quasi-Monopol und diktiert beispielsweise im SEO was man tun muss, um überhaupt angezeigt zu werden. Ein Google My Business (GMB) Profil ist geradezu Pflicht geworden für jedes Geschäft, kann man hiermit doch eine große Fläche in der ansonsten leeren Spalte belegen. Hier gibt es keine echten Zweifel an der Sinnhaftigkeit und auch die Forcierung von Ladezeiten und nützlichen Inhalten wird kaum ernsthafte Kritiker finden.

Anders sieht es mit Neuerungen wie AMP aus. Um überhaupt potenziell angezeigt zu werden, müssen harte Vorgaben umgesetzt werden – für durchaus nicht immer klaren Gewinn. Nutze ich AMP, werde ich zwar mit Links im „AMP-Karussel“ eingeblendet und meine Brand wird sichtbar. Diese Ergebnisse werden auch geklickt, sind aber eine stark reduzierte Version der eigentlichen Website. Inzwischen hat sich gezeigt, dass kaum Besucher von der AMP-Version auf die „echte“ Website überwechseln – und es bleibt beim einzigen Seitenaufruf. Das Dilemma: Nutze ich AMP nicht, werde ich erst gar nicht angezeigt – oder erst weit unter den Konkurrenten, die AMP nutzen.


Versteckte Omnipräsenz

War‘s das? Nope! Google ist zumindest online nahezu allgegenwärtig, selbst wenn man es nicht immer sieht. Ein Großteil der Bannerwerbung ist AdWords – Google AdWords. Auch in Sachen Webanalyse ist Google oft mit dabei: 76% weltweit und immerhin 54% im datenschutz-harten Deutschland nutzen Google Analytics als Digital Analytics Tool (Quelle). Die Nutzung des Google Tag Managers bei neueren Implementationen ist dabei nur logisch. Aber man muss nicht einmal mehr eine Website aufrufen: Google Chrome ist inzwischen der verbreitetste Browser in Deutschland, mit 32.7% vor Firefox’ 23.8% und Safaris 22.4% (Quelle, 10.01.2017).

YouTube, weltweite Suchmaschine #2 – Google. Wann habe ich das letzte Mal eine andere Wegfindung benutzt als Google Maps? Ok: letztes Wochenende. Aber nur, weil die explizit verlinkt war. Aber weil sie einfach schlecht war, endete ich doch wieder auf Google Maps.

Google bietet eben nicht nur ziemlich viel, in der Regel ist es auch noch sehr gut – oder zumindest durch den Nichtexperten sehr einfach einzubinden, zu benutzen und kostenlos. Dies ist zweifellos einer der Hauptpunkte, weshalb Google sich in derart viele Bereiche verbreiten konnte, um dann andere zu monetarisieren. Dafür bezahlt zu werden, dass der Kunde die eigene Werbung trägt ist wohl die Kür. Genau das macht der Google Merchandise Store – Klamotten und Zeugs nicht als Goodie oder Werbegeschenk, sondern für Cash. Ach so: Bezahlen kann man mit Google Wallet natürlich auch schon.

GooglePlus? Ach, reden wir nicht drüber; manches funktioniert halt nie so richtig. Dafür funktioniert anderes sehr gut, auch wenn es nur Spezialisten sehen, wie etwa RankBrain, Googles Künstliche Intelligenz, die in Echtzeit Suchergebnisse auswählt, inklusive Nutzersignale.

Fakt ist: Es ist fast unmöglich oder zumindest sehr aufwendig, auf Programme und Anwendungen von Google zu verzichten. Ein Ersatz durch andere Hersteller ist zwar möglich, aber kompliziert – und lohnt sich häufig nur für spezialisierte Zwecke. Google hat sich für viele Nutzer unabkömmlich gemacht – und treibt dies durch stetige Innovation voran: Zieh mit oder stirb, bedeutet das für viele, die auf die Präsenz durch Google angewiesen sind.


Datenkrake Google

Nutzer schätzen die hohe Qualität von Google-Services, die meist auch noch kostenfrei sind. Auch Soft- und Hardware-Entwickler greifen oft auf Google-Daten oder APIs zurück. Und Google speichert fleißig alle Daten. Positive Resultate sind verbesserte KI, die ebendiese Daten massiv auswerten kann – ein einzelnes Ergebnis ist egal aber Milliarden und Billionen lassen mächtige statistische Rückschlüsse zu.

Genau das ist aber der Punkt an dem besonders deutsche Datenschützer warnen. Google weiß theoretisch, zu welcher Zeit sich wer an welchem Ort befindet – durch Chrome, durch die Internetnutzung des Smartphones, eine GPS-Abfrage; Google weiß, wofür sich ein User interessiert – BMWs, rote Rosen oder Urlaub: wer hat sich noch nie von einem bestimmten Werbebanner verfolgt gefühlt? Wer Chrome benutzt, der unterschreibt mehr oder minder „Google beobachtet alles, was ich mache und nutzt die gewonnenen Daten“ – wenn auch anonymisiert. Die Bezeichnung Datenkrake bringt es einfach auf den Punkt.

Mit massiven Daten wird der Benutzer gläsern. Dabei ist Google der Einzelne im Grunde ziemlich egal, aber böswillig könnte man hier eben auch persönliche Daten für Rückschlüsse nutzen. Aus diesem Grund verbietet Google übrigens die Erfassung ebensolcher Daten, die Rückschlüsse auf individuelle Personen erlauben. Das ist weder Geheimnis noch Verschwörungstheorie – und wer glaubt, dass nur Google dies macht, verkennt die Situation ebenfalls: Alle Megaunternehmen sammeln auf verschiedenste Art Daten und werten sie aus. Viele Internetnutzer wissen, dass Google auf ihre Daten zugreift. Sie nehmen dies hin und nutzen Google-Dienste gerne, weil diese hochwertig sind und das Leben erleichtern – Daten für Komfort. Der häufig auch erst mit und durch genau diesen Daten geboten werden kann.


Alphabet und Offline-Projekte

Außerhalb des Online-Umfelds nahezu unbemerkt: Am 2, Oktober 2015 wurde Alphabet gegründet. Alphabet ist seitdem die Dachfirma von Google. Eine Firma, die kaum jemand kennt. Warum dieser Schritt? Weil Google untrennbar mit dem Internet verbunden ist, in den letzten Jahren aber auch mehr und mehr Offline-Projekte gestartet hat, sei es im Bereich Technologie, Investment, Forschung oder Biowissenschaften.

Vor dem Hintergrund der besseren Organisation und Profilschärfung der einzelnen Bereiche macht diese Umstellung absolut Sinn. Und im Zweifelsfall hält Alphabet so auch einzelne Subunternehmen aus den Problemen heraus, die Google mit EU und Co hat; umgekehrt bleibt der Suchriese von Mondflugprojekten unbeeinflusst, also futuristische Projekten, die keine Ambitionen haben, kurzfristig profitabel zu werden. (einige Beispiele).

Dennoch bleibt Google der (sichtbare) Kern des Unternehmens – selbst die Alphabet-Homepage (mit überaus passender URL) begrüßt den Besucher mit „G is for Google“. Google wächst und verändert sich auch weiterhin und durch die große Rolle verändert Google damit auch das Web insgesamt.

In den folgenden Wochen schauen wir verstärkt auf einige einzelne Aspekte des Webriesen. Du möchtest das mitbekommen? Dann aktiviere doch einfach die automatische Benachrichtigung in deinem Web-Browser!

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