Senior Software-Entwickler, netzkern Technology Evangelist

Hololens und ARKit


Die Hololens

Vor über einem Jahr wartete im Büro von Daniel und Thomas ein kleines Paket auf uns. Unser neues und heiß ersehntes Spielzeug, die Microsoft Hololens, war eingetroffen.

Die "Mixed Reality" Brille

Bei der Hololens handelt es sich um Microsofts Ansatz einer sogenannten „Mixed Reality“ Brille. Sie scannt beim Aufsetzen, optisch hübsch aufbereitet, den Raum um den Träger herum und zeigt den Fortschritt mit einem Drahtgitter an. Hat sie diesen Prozess abgeschlossen, kann sie dreidimensionale Objekte so im Raum darstellen, dass diese stabil ihre Position halten und man sogar um sie herum gehen kann.

Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern, weil ich die Hololens direkt übers Wochenende mitnehmen durfte. Auch meine Kinder waren sehr daran interessiert, was der Papa dort trieb und hatten nach kurzer Zeit raus, wie sie eine virtuelle Monsterjagd starten konnten, bei der Aliens glaubwürdig durch die Wände unseres Wohnzimmers brachen, um den Träger der Brille anzugreifen.

User mit Hololens

Eine Auswahl (quasi einen Klick) führt man mit der Hololens durch, indem man Zeigefinger und Daumen zusammenführt. Es war durchaus lustig anzusehen, wie alle anfingen nach imaginären Objekten zu greifen.

Ein Menü, welches man ebenfalls frei im Raum positionieren kann, hilft dem Träger bei der Navigation durch die verschiedenen Programme.

Menü in der Hololens

Dass Microsoft 2014 Mojang und somit das Kult-Spiel Minecraft gekauft hat, scheint bei diesen Bildern sogar noch etwas mehr Bedeutung zu erhalten.

Hololens a la Minecraft

Natürlich haben auch andere Hersteller an AR-Brillen (Augmented Reality) gearbeitet – doch es überraschte ein wenig, WIE gut das Feedback zur Qualität der Hololens Hologramme waren - im Vergleich zur Konkurrenz.

Das einzige Manko, dass die Hololens dabei zu haben scheint ist das Sichtfenster … denn unabhängig von ihrem großen Gestell, nimmt der Bereich, in dem die Brille ihre Grafik darstellt, lediglich die Fläche eines sehr großen Fernsehers ein.

Doch obwohl Microsoft hier einen Vorsprung hatte, hatte die Hololens keinen großen Durchbruch. Ein gravierender Faktor dürfte dabei der stolze Preis von, bis heute, ~3.330€ sein. Bei den Endverbrauchern dürfte dieser Preis eher auf Unverständnis stoßen, beachtet man nicht, dass man einen kompletten Computer auf dem Kopf trägt. Die Hololens braucht nämlich keinen PC, um zu funktionieren. Sie besitzt neben diverser Sensorik zur Umgebungsvermessung auch noch einen speziell angefertigten Chip für die holographische Verarbeitung.

Und so wünschte ich mir eigentlich einen Mittelweg, der etwas bezahlbarer als die Hololens ist, aber in der Hologramm-Qualität eben jener Brille mithalten kann. Und so freute ich mich extrem, als Apple auf der WWDC 2017 das ARKit vorstellte.

ARKit

Das ARKit ist ein Hilfsmittel, ein sogenanntes Framework, welches für Entwickler in iOS 11 eingebaut wurde. Mit diesem werden die Entwickler in der Lage sein auf eine einheitliche Weise Informationen zur Umgebung abzufragen. Die Qualität der Darstellung wird dabei aus einer Kombination zwischen der Kamera und den Bewegungssensoren erreicht. Auf der WWDC wurde bereits die Szene unten gezeigt. Ein Herr demonstrierte eine kleine virtuelle Landschaft, die sich perfekt am Tisch vor ihm ausrichtete. Als lustiges Gimmick war dabei in der Präsentation eingebaut, dass eine der Personen während einer Flucht vom Tisch stürzte.

ARKit

(Das iPad links wird von der Person hinten rechts gehalten – im Hintergrund des iPads sieht man das Publikum – die Landschaft ist auf den Tisch neben den Scheinwerfern projeziert)

Die Beschreibung auf der Seite von Apple lautet ungefähr so: ARKit kann horizontale Flächen wie Tische oder Böden erkennen und auch Objekte auf kleineren „Feature-Points“ verfolgen und platzieren. Außerdem wird das 3D-Objekt basierend auf der Helligkeit der Szenerie beleuchtet.

Dies ist natürlich noch weit weg vom räumlichen Verständnis der Hololens, aber durch die einfache Zugänglichkeit, und die automatische Auslieferung mit iOS 11, erhoffe ich mir doch etwas Bewegung in diesem Sektor in nächster Zeit.

Wie gut die Apple Technik ist, werden wir in Kürze selber testen können – eine der ersten angekündigten Implementationen wird „Pokemon Go“ sein, welches die Platzierung der kleinen Monster und das Verhalten der Pokebälle mit Hilfe des ARKits optimieren will.

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