Senior Software-Entwickler, netzkern Technology Evangelist

Im Auftrag der Bundesnetzagentur unterwegs…


… und wieso ich dafür eine virtuelle Maschine (VM) brauchte.

Vielleicht habt ihr es in den letzten Tagen auch vermehrt in den Medien gehört: Die Bundesnetzagentur hat einen Test online gestellt, der ein vom Max Planck Institut entwickeltes Programm verwendet, um die Qualität des Internets am eigenen Anschluss zu messen. Diese Daten sollen bei der Aufbereitung unseres Netzes helfen. Es dürfte sich dabei vermutlich primär um kurze Downloads von verschiedenen Knoten handeln. Auf Basis der ermittelten Geschwindigkeiten wird dann versucht, eine Aussage über die Qualität zu treffen.

Begeben wir uns also auf die Seite und stellen als erstes fest „… die Studie lief bis Ende Dezember 2012“. Ich kam eigentlich hierher, weil ich die Initiative für gut hielt und mich beteiligen wollte … aber irgendwie fühle ich mich jetzt ausgeschlossen. Warum haben die denn nicht früher anständig Werbung dafür gemacht?

Naja – ich entschließe mich auf jeden Fall dazu, den Test dennoch durchzuführen. Immerhin interessiere ich mich ja für die Ergebnisse – auch wenn ich jetzt nicht mehr in den Zeitrahmen der Studie falle. Also wähle ich Netzneutralitäts-Test aus und gebe meine Daten an – Postleitzahl, Anbieter und vertraglich vereinbarte Bandbreite. Irgendwie fühle ich mich an dieser Stelle schon so, als würde ich einem Marktforschungsinstitut helfen, als dass es hier einen größeren Nutzen bringt. Aber ok: Immerhin wurde die Software von einem renommierten Unternehmen entwickelt. Ich mache trotzdem weiter und klicke nach ehrlicher und vollständiger Angabe meiner Daten auf den „jetzt testen“-Button.
Zunächst erhalte ich einen Fehler … Irgendwas mit „ClassNotFoundException“ in Java. Jetzt könnte der ein oder andere denken: Ach – haben die da gerade Softwareprobleme? Fehlt mir Java?

Nein, dem ist nicht so. Als alter Minecraft Spieler weiß ich: Irgendwas stimmt mit meinem Java nicht … das hatte ich die Tage bereits und begebe mich auf die Suche im Internet

Zuerst einmal ist das nicht so einfach nach einer so generischen Fehlermeldung zu suchen … aber glücklicherweise finde ich in einem Forum etwas, was ich für valide halte: Der Virenscanner ist schuld. Dieses großartige Stück Software hat vermutlich das ein oder andere Mal meinen Rechner, beim wilden Öffnen von Google-Ergebnissen in bis zu 40 Tabs, bereits gerettet … aber ab und an gibt es so Macken, da denkt man „warum nur“ und es stellt sich hinterher raus, dass der Virenscanner dran schuld war. Wie dem auch sei – Ich halte mich an die Checkliste:
1.       Virenscanner ausschalten
2.       Panisch von Windows darauf aufmerksam machen lassen, dass jegliche Zäune gerade überrannt werden, ich ein schlechter Mensch bin und bitte alle Kontakte zu meiner Umwelt abbrechen soll.
Virenschutz ist nun also inaktiv – aber immer noch dieser Fehler. Irgendwo in den Kommentaren zu diesem Thema finde ich den Hinweis „Schutz anhalten reicht nicht – das musste schon deinstallieren“. In Gedanken daran, was die sonst so gemütlichen Geschöpfe, die sich in der Ecke unseres Büros rumtreiben, mit mir machen würden, wenn sie rausfinden würden, dass ich den Virenscanner einfach deinstalliert habe, beschließe ich das Ganze in einer VM zu machen.


Da ich mir hier nicht ganz über die lizenztechnischen Bedingungen im Klaren bin, übergehe ich einfach mal die Details und fahre fort damit, dass ich im offiziellen Windows-XP Modus angekommen bin. (Ich habe dabei viel über den Hyper-V Manager und virtuelle Switches gelernt – dies als Hinweis).


Hier installiere ich mir also den Chrome (da der IE6 nicht funktionierte) und Java. Danach führe ich den Test erneut aus – und voila:

Der Test läuft. Nur irgendwie sehen die Ladebalken doch extrem klein aus … aja … VPN. Wenn ich zuerst nach netzkern telefoniere, damit die mich dann weiter-vermitteln an die Testseite – das könnte zu Performance-Einbußen führen. Also schnell vom VPN getrennt und den Test noch einmal angestoßen. 
Mit einem halbhohen „Download“-Ladebalken und etwas, wie ein Strich aussah, kämpfte sich meine Leitung somit durch den Test, um mir am Ende zu bestätigen: ICH HABE GLÜCK GEHABT. Mein Provider ist nett zu mir und drosselt mir nichts, was er nicht sollte ;-)

Ich bin stolz auf meinen Anbieter und ein wenig auf mich, dass ich den Test, den sonst wohl jeder beim ersten Aufruf gestartet bekommen hat, doch noch machen konnte.

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