Senior Software-Entwickler, netzkern Technology Evangelist

Internetausfall


Was macht eine Internetagentur eigentlich, wenn das Netz ausfällt?

So etwas passiert einfach nicht – das ist doch alles doppelt und dreifach abgesichert. Möchte man zumindest meinen. Doch manchmal gibt es Situationen, in denen auch die Absicherung nicht funktioniert… oder nach einem Umzug noch nicht geschaltet ist, weil sich der Telekommunikations-Dienstleister einen Ticken zu viel Zeit beim Aufschalten des Anschlusses gelassen hat.

Doch was passiert in so einem Fall eigentlich? Ohne Internet kann eine Internetagentur doch gar nicht arbeiten… oder doch?

Um eine einfache Internetseite zu bauen, brauchen wir erst einmal keine Verbindung ins Internet – ja nicht einmal einen zweiten Rechner. Der Entwickler selbst kann das Markup bei sich im Browser öffnen und dieser zeigt dann die entsprechende Seite an. Hier reicht uns bereits ein einfacher Computer mit einem Texteditor.

Ähnlich verhält es sich mit Server-Programmierung, wie ASP.NET. Hier muss zwar eine Server-Software, wie der IIS, auf dem Computer installiert werden, um die serverseitige Programmiersprache ausführen zu können – aber auch das klappt auf ein und demselben Computer.

Und wie schaut es mit kooperativem Arbeiten aus? Nun… dazu wird natürlich eine Möglichkeit gebraucht, über die die Daten ausgetauscht werden können. In unserem Fall ist das meistens eine (MSSQL-)Datenbank auf einem Server. Zu dieser verbindet sich die Webanwendung – zumeist Sitecore – dann über das Netzwerk. So kann jeder der Entwickler auf seinem eigenen Rechner die Anwendung testen und auch neue Features entwickeln, während sich alle ausschließlich denselben Datenbestand teilen. Einen Nachteil gibt es zwar, nämlich dass es manchmal vorkommen kann, dass sich zwei Leute in die Quere kommen – die Vorteile, die darin liegen, dass die Daten von allen für alle anderen zur Verfügung gestellt werden, überwiegen aber bei weitem, da der Pflegeaufwand wesentlich geringer ist.

Doch dann besteht ja auch hier kein Problem, denn das Internet, wird für die Kommunikation mit der Datenbank ja gar nicht gebraucht. Doch wann könnte sich das ändern? Nun: Wenn ein Projekt z.B. die Datenbank nicht als Kopie im internen Netzwerk hat (z.B. aus Kostengründen) oder weil jemand externes daran mitentwickeln möchte und deshalb Zugriff auf die Daten braucht. Ist dies der Fall, kann man zwar die Anwendung starten – die Seiten sehen aber ohne das Internet dann reichlich leer aus.

Und ein ganz großer Sonderfall ist, wenn die Rechner der Entwickler sogar nicht mehr bei uns im Netzwerk stehen, weil die Richtlinien des Kunden dies so vorsehen. Dann sähe das Schaubild ungefähr so aus:

Und wie man sich bestimmt gut vorstellen kann, sieht es in diesem Sonderfall dann gänzlich düster mit dem Arbeiten aus:

Lasst uns also hoffen, dass das Internet möglichst stabil bleibt und solche Probleme der Vergangenheit angehören.

Und falls es doch mal passiert: An irgendetwas kann man immer auch ohne Internet arbeiten ;-).

Kommentare
1

Bartlomiej Kreczmer

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt :) Glasfaser für alle! Mfg

am 31.03.2013

Kommentar hinzufügen
Vor und Zuname
E-Mail
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Mein Kommentar