Senior Software-Entwickler, netzkern Technology Evangelist

NRWConf 2014


Am 11.+12.09.2014 fand wieder die jährliche Entwicklerkonferenz „NRW Conf“ in der Wuppertaler Börse statt. Diese wird von Constantin Klein und Daniel Fisher im Namen des Just Community e.V. organisiert.

Der Donnerstag ist ein Workshop-Tag, bei dem bis zu 15 Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wird, Erfahrungen in einem bestimmten Themengebiet zu sammeln. Der Freitag bildet dann den eigentlichen Konferenz-Tag. Auch wir haben gleich mal vier Leute zum Workshop Tag geschickt (darunter 3 Azubis), wo Ihnen Ralf Schoch einmal seine Art beibrachte, mit dem Visual Studio Projekte zu Testen.

Der Konferenz Tag strotzte dann dieses Jahr einmal richtig vor Inhalt. Ich kann hier natürlich nur einen kleinen Einblick in die Tracks geben, die ich besucht habe – aber man muss dabei berücksichtigen, dass es insg. vier parallele Tracks gab.

Mein Tag fing mit einem Vortrag von Christian Giesswein an. Dieser zeigte, wie man sich mit Hilfe von WinDbg einmal etwas im Speicher einer .NET Anwendung umschauen kann. Natürlich ist eine vollständige Analyse für einen einstündigen Vortrag sehr viel, doch er nannte recht zu Anfang bereits drei oder vier Fragen als Leitfaden. Diese begleiteten uns durch den Vortrag und ich glaube der ein oder andere war überrascht, wie einfach man an die genannten Daten herankommen konnte. Jetzt fühlte sich vielleicht dieser Weg recht abstrakt an, jedoch hat uns vor kurzem der Sitecore-Support dabei unterstützt ein Problem mit dem Speicherverbrauch auf Basis eines Speicherabbildes, welches wir ihnen geschickt haben, zu lösen. Das hat mich so fasziniert, dass es mich sehr gefreut hat hier einen Einstieg in die Materie gezeigt zu bekommen.

Der zweite Vortrag war von unserem alten Bekannten „Dr. Holger Schwichtenberg“. Er wollte Performance-Optimierungen mit dem Entity Framework (einer Datenbank-Schicht) vorstellen. Hier erwartete ich nicht viel neues, da ich selbst regelmäßig mit dem EF6 arbeite. Einige Tipps, Hinweise zur Version 7 des EF, interessante Performance-Vergleiche und Hinweise auf kostenfreie sowie kostenpflichtige Tools, haben diesem Vortrag aber durchaus ihre Daseins-Berechtigung gegeben.

Mein persönlicher Favorit auf solchen Veranstaltungen ist aber immer Rainer Stropek. Hier habe ich mich für den subjektiv trockeneren Vortrag entschieden, obwohl parallel unser geschätzter Arbeitskollege Philip Proplesch ASP.NET vNext zeigte, also die kommende Version von ASP.NET (seinen Vortrag hatte ich aber schon auf unserem nk.UniDay (Fotos) genießen dürfen). In Rainer Stropeks Vortrag ging es um OData. Wenn man einmal weiß, worum es sich dabei handelt, nämlich vereinheitlichten Zugriff auf Datenquellen via http, muss man schon tiefer in die Materie einsteigen, um die Neuerungen zu sehen. Während ich in den ersten zwanzig Minuten leicht versucht war den Raum zu verlassen, legte er dann aber noch die gewohnt tolle Schippe nach und zeigte neben konkreten Anwendungsbeispielen auch spontan noch Hosting-Möglichkeiten, sowie vom Publikum gewünschte Authentifizierung und Rechteverwaltung.

Nach der Mittagspause hatte dann Christian-Geuer Pollmann von Microsoft die undankbare Aufgabe das Publikum aus dem Koma wiederzuerwecken. Dies gelang ihm überraschend gut mit einem Vortrag über Hintergrundinformationen zur Infrastruktur von Microsofts Azure und „Projekte aus dem echten Leben“. Manchmal macht man sich gar nicht die Gedanken, was man dabei alles berücksichtigen muss. Ein kleines Beispiel, wie man über PullRequests, Git und den ServiceBus ein Projekt automatisch deployen kann, sowie eine Livestreaming-Anwendung eines Sportevents, welche ausfallsicher und mehrfach redundant sein sollte, bildeten dann das Krönchen.

Danach gab sich Organisator Constantin „Kostja“ Klein selbst die Ehre. Er zeigte den noch unwissenden Zuhörern SSDT. (Eigentlich ging es um Continuos Deployment und Unit Testing mit SQL, aber das mangelnde Vorwissen der Anwesenden wollte erst einmal aufgeklärt werden. Das hat er souverän gemeistert). Die Einfachheit, mit denen Update-Scripte für SQL-Server erstellt werden können, Refactoring und das Zusammenspiel der Tools im Visual Studio insgesamt waren sehr beeindruckend. Leider müsste ich erst einmal meine Unterlagen vollständig aufarbeiten, um hier jedes Detail beschreiben zu könne (denn auch für mich war das hier Neuland) und so gehe ich hier nicht mit gefährlichem Halbwissen auf weitere Details ein. Wenn ihr irgendwo Kostja in eurer Nähe mal in einer UserGroup (oder primär auf SQL-Konferenzen) sehen könnt – geht hin – er bringt da sehr viel Herzblut mit.

Den vorletzten Vortrag meines Tages bildete Roman Schacherl, der über „Azure auf mobilen Plattformen“ sprach. Seine lockere und offene Art ließen kleinere technische Probleme des Konferenz-WLANs in den Hintergrund treten. Innerhalb der gegebenen Zeit, zeigte er, wie man von null auf einen mobilen Client einer Abstimmungs-App entwickeln konnte, sowie die dazugehörige Windows8-App, welche die Stimmen über Push-Notifications entgegen nahm. Das Herzstück bildeten dabei die Azure-Services. Gegen Ende des Vortrags waren dann auch die Anwesenden in der Lage ihre Meinung über den Vortrag live abzugeben und auf dem Beamer anzeigen zu lassen. Ich mag Live-Demos ;-).

Und Last-but-not-Least, wie man so schön sagt, stellte Tom Wendel sein AntMe 2.0 vor. Während viele Entwickler bestimmt schon einmal von AntMe gehört haben, was ein Studien-Projekt von Tom war, ist dieser nun dabei mit neuer Grafik und größerem Eco-System AntMe 2.0 ins Leben zu rufen. Bei AntMe können Programmier-Neulinge lernen, wie man an die programmatische Lösung von Projekten herangeht, indem man ein Volk von Ameisen steuert. Eine Indiegogo Projekt zur Finanzierung des Projektes ist leider vor kurzem gescheitert. Umso beeindruckender war es, wie sich während der Abschlussveranstaltung die Anwesenden für das Projekt einsetzten und sogar die Fan-Shirts des Projekts vor Ort ersteigerten. Unter https://www.facebook.com/antme2 könnt ihr euch darüber auf dem Laufenden halten.

Ich freue mich schon sehr auf kommendes Jahr. 

Kommentare
1

Daniel Fisher

Ich freue mich, dass es Dir gefallen hat!

am 30.09.2014

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