Social Media im Superwahljahr 2011


Das Superwahljahr hat begonnen, die erste Runde wurde bestritten. Aber wie?

Blickt man auf die Strategien und Werbekonzepte der Parteien, staunt man nicht schlecht, trifft man doch auf sehr viel Klassisches. Der alte Medien-Mix dominiert, sind also Facebook und Co strategisch mehr ein experimenteller Apendix als die Speerspitze der Kommunikation?

Wir schauen zurück, Politik & Kommunikation bringt bereits 02/2010 andere Zahlen, immerhin scheinen 46 Prozent der politischen Entscheider Facebook wichtig zu finden und 26 Prozent sind bei Twitter aktiv. Na denn, warum werden aber 2011 weiterhin nur geringe Prozentteile der Marketingbudget für Social Media investiert? Sicherlich, weil es einfach günstig ist, aber auch, weil die neuen digitalen Medien in Deutschland noch nicht als entscheident betrachtet werden. Plakate in den Straßen, Hausbesuche, Wahlveranstaltungen und Infostände mit Ballonverteilaktionen sollen es weiterhin richten. Hatte nicht gerade eine Werbung aus dem Banksektor sich trefflich lustig gemacht über Strategien wie "Fähnchen verteilen".

Um junge Leute zu erreichen, muss man neue Wege gehen. Wir erleben es aktuell in der Welt wie nie zuvor, welche Macht hinter der Kommunikationskraft moderner Plattformen steckt und auch in Sachen Wahlkampf, läßt Obamas Wahlkampfteam immer noch schön grüßen. Kopieren ist hier allerdings nicht angesagt, adaptieren auf die politische Landschaft und die Mentalität der Deutschen ist ebenso wichtig, wie aktuelle Trends zu berücksichtigen, dass würde entscheident sein.

Das Allheilmittel sind die neuen Kanäle aber natürlich auch nicht. Klassische Medien haben weiterhin einen wichtigen Platz und die gute Mundpropaganda funktioniert mit über 80% weiterhin vorwiegend persönlich, über 10% laufen telefonisch und die restlichen Prozente teilen sich Mail, Chat, Blogs, Facebook und Co. (iBusiness Executive Summary, Februar 2011, Ausgabe 4).

Egal welche Kanäle genutzt werden, für das Superwahljahr 2011 gilt das gleiche wie eh und je: Glaubhafte Aussagen, emphatisch verpackt und repräsentiert von sympatischen, vertrauenwürdigen Politikern und Politikerinnen sind es, die sich der Wähler wünscht, egal ob dieser nun einen gelben Ballon hält, ein rotes Fähnchen schwenkt, sein schwarze iPhone abfragt oder vor einem Green-PC sitzt.

Kommentare
Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Eintrag geschrieben.
Kommentar hinzufügen
Vor und Zuname
E-Mail
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Mein Kommentar